Oberbürgermeister nimmt Auszeichnung als Fairtrade-Town entgegen

Fairer Handel: Oldenburg spielt in der Champions League

Jede und jeder Deutsche hat im Jahr 2018 durchschnittlich 19 Euro für Produkte mit „Fairtrade“-Logo ausgegeben. Insgesamt ist die Nachfrage nach fair gehandelten Waren – vor allem Kaffee, Kakao und Bananen – stark gestiegen. Dazu, dass die Bilanz künftig noch besser ausfällt, trägt auch Oldenburg bei: Seit dem 4. September 2019 darf sich die Stadt offiziell „Fairtrade-Town“ nennen. In einer Feierstunde im Kulturzentrum PFL übergab Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz eine Urkunde mit dem begehrten Gütesiegel an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Ab heute spielt die Stadt Oldenburg in der Champions League zusammen mit London, Manchester, Rom, Paris, Kopenhagen, Madrid und München. Diese Metropolen nämlich sind ebenso Fairtrade-Towns“, erklärte Holz.

Ein wichtiger erster Schritt

Der Ehrenbotschafter betonte, dass die gestellten Anforderungen hoch seien: „So einen Titel bekommt man nicht geschenkt! Ihre Stadt hat alle Kriterien mit Bravour erfüllt.“ Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist die Auszeichnung „ein wichtiger, erster Schritt“. Mit dem Titel werde das langjährige und sehr breit getragene Engagement um Fairen Handel in Oldenburg belohnt und noch sichtbarer. Krogmann dankte der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town sowie den 16 Aktionspartnerinnen und Aktionspartnern, die im Bündnis „Oldenburg handelt fair“ » vereint sind.

Fairen Handel vor Ort vorantreiben

Jede und jeder könne dazu beitragen, nachhaltiges Wirtschaften und globale Gerechtigkeit zu stärken: „Konsumentscheidungen, die wir vor Ort treffen, haben Auswirkungen auf Mensch und Natur in fernen Ländern.“ Als Beispiele für die Vorbildfunktion der Stadt nannte Krogmann die Verwendung von fair gehandeltem Kaffee im Rathaus: „Was meinen Sie, wie viel Kaffee dort getrunken wird“, sagte der Oberbürgermeister augenzwinkernd. Es werde in weiteren Bereichen geprüft, ob unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellte Produkte beschafft werden können, etwa bei der Bekleidung oder im Sportbereich. „Fair ist also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen“, ergänzte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz. Fairer Handel sei „wichtig, wirksam und einfach“, unterstrich Roland Püschel als Vertreter der Oldenburger Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe. Ziel sei es, den fairen Handel vor Ort kontinuierlich voranzutreiben: „Es gibt noch ein riesiges Potenzial.“

Feierstunden mit vielen Beiträgen

Die von Kai Bölle kurzweilig moderierte Feierstunde wurde von Beiträgen der beiden Oldenburger Fairtrade-Schulen umrahmt: Kinder der Grundschule Ohmstede brachten zum Auftakt Bananen zum Tanzen, die Jazz-Combo vom Gymnasium Liebfrauenschule Oldenburg sorgte für Musik. Gesche Gloystein trug auf Plattdeutsch ihren konsumkritischen Text „Wir sind so frei“ vor. Zum Abschluss warben die Koordinatorinnen der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe, Canan Barski und Jannika Mumme, für die vom Aktionsbündnis „Oldenburg handelt fair“ präsentierte „Faire Woche“. Sie stand 2019 unter dem Motto „Oldenburg trägt fair“.

Über die Kampagne „Fairtrade-Towns“

2019 feierte die Kampagne „Fairtrade-Towns“ zehnjähriges Bestehen. In Deutschland gibt es immer mehr ausgezeichnete „Fairtrade-Towns“ (aktueller Stand auf der Website der Kampagne »). Um diesen Titel zu erlangen, muss eine Kommune einen entsprechenden Ratsbeschluss vorweisen. Außerdem muss sich eine Steuerungsgruppe gründen, die die lokalen Aktivitäten koordiniert, und es ist eine gewisse Anzahl an Einzelhändlerinnen und Einzelhändern, Gastronomen sowie zivilgesellschaftlichen Einrichtungen vor Ort nachzuweisen, die mindestens zwei Produkte aus dem fairen Handel anbieten beziehungsweise den fairen Handel durch Informations- und Bildungsaktivitäten unterstützen. Und natürlich darf die öffentlichkeitswirksame Kommunikation auf dem Weg zur „Fairtrade-Town“ nicht fehlen.

Oldenburg handelt fair

„Dass Oldenburg nun alle diese Kriterien erfüllt, verdanken wir nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Engagement vieler aktiver Bürgerinnen und Bürger, die sich beispielsweise in der Oldenburger Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe für den fairen Handel einsetzen“, so die städtische Mitarbeiterin und eine der Koordinatorinnen der Steuerungsgruppe, Jannika Mumme. Canan Barski, Eine Welt-Promotorin im Ökumenischen Zentrum Oldenburg und Co-Koordinatorin der Steuerungsgruppe, ergänzt: „Seit der Oldenburger Fairtrade-Town-Prozess angestoßen wurde, ist schon viel passiert. Nicht zuletzt ist es der Steuerungsgruppe gelungen, gemeinsam mit verschiedenen lokalen Akteuren das Aktionsbündnis ‚Oldenburg handelt fair‘ aufzubauen, das durch seine Aktivitäten den fairen Handel in Oldenburg voran- und der Stadtgesellschaft näherbringen möchte.“

Weitere Informationen

Auf der Website des Bündnisses „Oldenburg handelt fair“ » finden sich Informationen zu den Aktionspartnerinnen und Aktionspartnern, zu aktuellen Terminen sowie eine praktische Übersichtskarte von Fairtrade-Händlerinnen und -Händlern in Oldenburg.